O Mental Load – Warum auch in der Weihnachtszeit Mütter an ihre Limits geraten

Von Nadine Rautenstrauch

Von Nadine Rautenstrauch

„Lasst uns heute Weihnachten feiern. Was weg ist, ist weg.“

Ja, warum eigentlich nicht? Warum nicht sofort unter dem Baum versammeln, Geschenke auspacken, sich den Bauch vollschlagen und danach glücklich ins Bett fallen in der Gewissheit es geschafft zu haben?

Wieder ein Weihnachtsfest erledigt. 

Yeap, dachte ich, und atmete tief durch. Das wärs jetzt. Abhacken und wohlfühlen. Mein Adventskalender macht wirklich gute Vorschläge. 

Aber halt – haha, warte mal. Geht ja noch gar nicht. 🤪 Mutti hat ja noch nicht alles fertig! 

Da geht noch nix mit ab untern Weihnachtsbaum und ran an die Geschenke. Ne ne ne, die To-do-Liste ist noch lang. Die Mental Load hat soooo ’nen Bart. 

Alle anderen selbstverständlich – allen voran mancher Vater – oder wie verhält es sich bei Dir? – könnten es sich bereits unter dem – bestimmt bald vom Christkind festlich geschmückten Baum🎄 – gemütlich machen und dann einfach abwarten, bis das ganze Arrangement drumherum zufriedenstellend fertiggestellt ist. 

#Finde den Fehler! 😤

Und trotzdem, auch wenn Du, ich, wir alle, bestimmt den Fehler sofort entdeckt haben. Und auch wenn diese Buchstaben hier in einem 60er-Jahre schwarz getippt sind, wir uns aber eigentlich und auch uneigentlich 62 Jahre später in der Zeitrechnung befinden, wiederholt sich das Schauspiel für Mütter Jahr für Jahr. 

Mist-Weihnachts-Mental-Load

Fragst Du Dich auch, warum ausgerechnet Dir als Mama die ganze Weihnachts-Mental-Load alle Jahre wieder exklusiv auf den „Sack” geht, obwohl Du doch gar keinen hast? 🤔 

Spätestens Mitte November geht es los… 

Seien wir doch mal ehrlich, eigentlich meldet sich der erste Weihnachtsgedanke schon im August. Nicht wahr? Denn wir wissen ja, nun ist es nicht mehr lange, bis es heißt „ranklotzen” für die Weihnachtszeit. 

Wer es sich als Mama leichter machen möchte, fängt schon langsam damit an, zumindest die Geschenke zu organisieren. Den eine gute Vorbereitung ist alles und erspart Stress, haben wir gelernt. 

Doch dann, spätestens Mitte-November ist es so weit. Das Druckgefühl der Weihnachtsmehrbelastung ist da. Andere, ich weiß nicht – vielleicht kinderlose Menschen oder Väter 🤔 – nennen es Vorfreude, ich nenne es Weihnachts-Mental-Load. 

Besinnen auf das Wesentliche 

Ohne nun zum Grinsch zu werden, meine Vorfreude auf die Adventszeit, mit all ihren Zugaben an Besinnlichkeit für mich als Mutter, bringt mich beizeiten an den Rand der Besinnungslosigkeit. 

Und ich mag die Weihnachtszeit. Ich mag die Lichter in den Fenstern und wenn das Kaminfeuer knistert. 

Und trotzdem träume ich von ganzen Weihnachtsfesten, die einfach ausfallen. 

Von Weihnachten, die durch Urlaub auf einsamen Inseln ersetzt werden. Oder davon, mich ab November in einen Mann zu verwandeln. Ja, ich denke, das könnte mich entspannen. 🤭 

Wer ist hier erwerbstätig? 

Wohl alle anderen. Denn als Mama musst du nun Prioritäten setzen. Zum Wohl der Familie. 

„Zum Wohl“ ist dann auch gleich das Stichwort, denn ohne einen Topf Glühwein aufgesetzt zu haben mag frau sich der plötzlichen Verdopplung der eigenen To-do-Liste gar nicht ohne innerlichen Zusammenbruch stellen. 

O du fröhliche sag’ ich da nur und kremple Mitte November wie viele andere Frauen mit Kindern erst einmal die Ärmel hoch und zücke den Kalender. 

Also, dann mal gucken.

Auf welches Datum fällt der 1. Advent?

O, schon nächstes Wochenende! Mist. Wo ist denn der alte Adventskranz? Oder benötigen wir einen Neuen? Auf alle Fälle braucht es Kerzen …

Der 1.12. naht auch schon. Und das bedeutet zumindest für die Kinder müssen Adventskalender her. Und Lichter in die Fenster, denn das ist doch so schön und wer würde sich drum kümmern wenn nicht Mutti? 

Der Dezember hat kaum begonnen, fangen Freunde und Familie an, mit Fragen zu belasten, was sich die Kinder denn zu Weihnachten wünschen? 

„Hey ihr Lieben, wenn ich das selbst wüsste, dann wär ich auch froh!” „Denkt euch bitte einfach selbst was aus oder fragt Santa Claus!” 

Was mich daran erinnert, dass „jemand“ mit den Kindern bald Wunschzettel basteln darf. 

Und sicher wisst ihr es bereits, seit Neuestem zieht in der Weihnachtszeit auch noch ein Wichtel ein. Der schreibt lustige Briefe und so und macht den Kindern Freude und den Muttis natürlich ebenso. 

„Wo wird dieses Jahr eigentlich Weihnachten gefeiert und mit wem?“ Fragt der Mann. Berechtigtes Anliegen. Wie schön, er hat bemerkt, dass wir nun Winter haben und dass da doch was war 😂 …

Ach, herrje, der 6.12.

Der heilige St. Nikolaus textet, er benötige indessen auch Feedback über die Kinder des Hauses für sein goldenes Buch, um sich auch einen Augenblick vorbereiten zu können. 

Und was kommt in die, bisher noch nicht existierenden Nikolaussäckchen? Haben „wir” die schon? Für den Kleinen auf alle Fälle keine Nüsse und nur Gummibärchen aus der Apotheke. 

Und was machst du so, einen Tag vor Weihnachten?

„Hast du das gelesen?“, fragt mein Mann. Was denn? „Hier“ sagts und streckt mir einen Zettel entgegen. Mist! – wo kommt denn dieser Zettel schon wieder her? Am 23.12. sollen die Kinder bereits um 11:30 Uhr vom Kindergarten abgeholt werden, um dann bei Abholung noch ein wenig gemütlich zusammen sitzen zu können und Adventsgebäck zu genießen. Um das Mitbringen von Selbstgebackenem wird freundlich gebeten. 

„Viel Spaß!“ Sag’ ich darauf zu meinem Mann und weiß doch, dass er sich damit wenig auseinandersetzen wird und wahrscheinlich ebenfalls nur wenig bis gar keine Väter dann Tage später, einen Tag vor Weihnachten um 11:30 Uhr „gemütlich“ zusammen sitzen werden. 

Und das obwohl am 23.12. doch sicher niemand mehr arbeiten muss oder sonst was zu erledigen hätte, oder? 

Zumindest Mütter bestimmt nicht. Die backen sicherlich vormittags ohnehin schon die Plätzchen. Die Bäckereien hierzulande bekommen das nie und nimmer so gut hin wie Mutti. Und die macht das sicherlich ganz gerne. 

Das Geschenkpapier ist aufgebraucht…

..und der Thesa auch. Was soll’s. Ist heute ohnehin nicht der perfekte Tag, die Geschenke einzupacken. Schon wieder einmal muss eins der Kinder zu Hause betreut werden wegen zu hohem Krankheitsstand in der Betreuungseinrichtung. Hurra – alles bleibt liegen. Bei Vatti? Ne, bei Mutti natürlich, was dachtest du denn? 🤣

Wer ist bereit, etwas für leuchtende Kinderaugen zu tun?

Viele Väter überlassen den Löwenanteil der Dinge, an die in der Adventszeit gedacht und um die sich gekümmert werden muss, nach wie vor völlig selbstverständlich den Müttern ihrer Kinder. 

Ich unterstelle hierbei natürlich keine üble Absicht. ABER, wie Laotse es einst treffend formuliert hat:

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Wir sind immer noch so gestrickt, dass den Müttern auch die Weihnachtszeit automatisch als Verantwortungsbereich zufällt. Und wir machen es auch. Denn wir wollen es ja schön haben und wir wollen, dass vor allem die Kinder glücklich sind und wir uns dann auch selbst an den glücklichen Kinderaugen laben können und wissen dafür hat es sich gelohnt. 

💡 Wie wäre es, wenn Väter und Mütter den gleichen Anspruch an sich hätten? 💡

Wir sollten alle damit aufhören, uns fehlende Gleichberechtigung schönzureden.

Da klafft eine riesige Gleichberechtigungs-Lücke zwischen den Realitäten von Männern, die Kinder haben und Frauen, die Kinder haben. In der Weihnachtszeit zeigt sich das so offensichtlich, wenn man es sehen möchte.

Der Unmut von Frauen mit Kindern steigt und er darf weiter sichtbar und hörbar werden. 

Wir sind noch weit von Gleichberechtigung entfernt, wenn wir die Realitäten von Müttern und Vätern beleuchten. 

Auch Frauen wollen das oft nicht hören, denn es stört die Harmonie, wenn Mütter ihren Unmut aussprechen. 

„Man sieht doch immer mehr Väter, die ihre Kinder in der Babytrage tragen”. Ja, das mag sein, aber tragen auch immer mehr Väter bereits die Mental Load ihrer Familie?

Darüber dürfen wir uns unterhalten, denn die Veränderung soll und muss für uns Mütter und Väter ja weitergehen und sich nicht auf einzelnen Fortschritten ausruhen und stagnieren. 

Wir müssen aufhören, den längst überfälligen Einsatz der Väter hoch zu loben und die Einwürfe der Mütter kleinzureden. Nach dem Motto, nun hab aber auch mal genug! Er hilft doch schon ganz toll mit. 

Ich wünsche mir Väter, die sich aktiv dafür verantwortlich fühlen, dass die Augen ihrer Kinder an Weihnachten leuchten. Väter, die von selbst die Köpfe mit ihren Partnerinnen zusammen stecken und vielleicht schon im August überlegen, wie sich das am besten gemeinsam bewerkstelligen lässt. 

Bis dieser Wunsch in Erfüllung geht, müssen wir es selbst machen. Das an einen Tisch bitten. Das darüber reden und einfordern von Verantwortungsteilung.

Die Freude der Kinder geht beide an. Mutter sowie Vater. 

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. 

Machen wir es am Ende doch einmal wie der Grinsch und ziehen uns für einen besinnlichen Moment ganz entschieden zurück. 

Stärke dich selbst. Besonders, wenn es weihnachtet!

Deine Nadine

 

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Nadine Rautenstrauch.

Nadine Rautenstrauch.

Hallo, ich bin Online-Coachin für Mütter. Meine Spezialität ist es Müttern den Rücken zu stärken, indem wir gemeinsam Lösungen und Träume lebendig werden lassen.

Nadine Rautenstrauch mit Au-Pair aus Taiwan.

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