43 Millionen Sternchen* Was gendern mit Erziehung zu tun hat.

Von Nadine Rautenstrauch

Von Nadine Rautenstrauch

Wusstet ihr, dass in Deutschland rund eine Million mehr Frauen leben als Männer?

Wir sind zum Ende 2021 zusammen 43 Millionen Frauen, 43 Millionen weibliche Stimmen.

43 Millionen, die teils immer noch unter männlichen Berufsbezeichnungen arbeiten und in manchen Texten in der männlichen Schreibweise angesprochen werden. So tönt es gerne, die deutsche Sprache muss grammatikalisch unversehrt bleiben und man solle bitte nicht an ihr herumbasteln. Ein femininer Touch, das passe nicht hinein.

Jedoch, Sprache lebt und wir erleben sie.

Bestes Beispiel ist die Jugendsprache. Ich unterstelle daher: Es geht einzig um das „Wollen“.

Während des ersten Pandemie-Lockdowns bekam meine Tochter regelmäßig super liebe Briefe aus dem Kindergarten mit Bastelideen und Bildchen nach Hause geschickt.

Unterzeichnet waren diese Briefe immer mit. „Deine Erzieher“.

Im Kindergarten meiner Tochter arbeitet nun tatsächlich aber nicht ein einziger Erzieher. Das Team besteht ausschließlich aus Erzieherinnen. Für mich und wohl die meisten Frauen meiner Generation ist es bereits völlig normal zu gendern und so ein Brief irritiert mich sehr.

Für ältere Semester scheint sich die Gewohnheit ausschließlich die männliche Form zu benutzen nicht so leicht abstreifen zu lassen. Manche wehren sich regelrecht dagegen. Ich finde, in unserem eigenen Interesse sollten wir uns sehr darum bemühen. Wenn wir es dennoch nicht für uns selbst wichtig genug erachten, dann bitte unseren Töchtern zuliebe!

Sprache ist wichtig.

Sprache hat Gewicht und Einfluss und schafft Veränderung. Begrifflichkeiten können beschränken oder Freiheit geben und Worte prägen uns von klein auf. Ich wünsche mir, dass der weibliche Anteil in der Sprache des Alltags weiter sichtbarer und vor allem hörbarer wird. Ich wünsche mir, dass sich Erzieherinnen vor meiner Tochter auch als Erzieherinnen benennen und somit ihrer Weiblichkeit Kraft und Ausdruck verleihen.

Wenn ich mit meinen Kindern spiele, verwende ich bewusst weibliche Berufsbezeichnungen wie unter anderem Astronautin oder Feuerwehrfrau. Für meinen Sohn als auch für meine Tochter ist es damit völlig normal, dass in ihr Feuerwehrauto eine Feuerwehrfrau einsteigen darf und mit großem Ta-tü-ta-ta den Brand löscht und die Heldin des Spiels ist. Manchmal sagt mein Sohn im Spiel:

„Ich möchte die Feuerwehrfrau sein!“.

Dann geht mein Herz auf, weil für ihn diese Rolle völlig selbstverständlich gleichwertig ist zum männlichen Feuerwehrmann. Dieser Junge wird zukünftig ebenso irritiert sein, wie ich, sollte eine Frau in männlicher Weise adressiert werden. Es würde ihm schlicht falsch vorkommen und hoffentlich wird er es ansprechen und korrigieren!

Bleiben wir beim bildlichen Beispiel der Feuerwehr.

Immer noch fühlt es sich für die meisten Menschen völlig normal an, wenn ein Mädchen im Spiel sagt „ich bin Feuerwehrmann“. Jedoch stutzen einige, wenn das gleiche Mädchen oder gar ein Junge „Feuerwehrfrau“ spielt. Es ist interessant, die eigene Wahrnehmung und die vom eigenen Umfeld zu beobachten. Wie sehr wir doch noch in alten Rollenmustern festhängen und wie leicht diese ausgehebelt werden könnten durch eine klitzekleine Veränderung in unserer Sprache.

Ich fühle mich schlicht nicht angesprochen, wenn in Texten ausschließlich die männliche Sprachform (und ich empfinde sie so) verwendet wird. Sprachwissenschaftliche Gründe hin oder her.

Ich empfinde die deutsche Sprache und daher unsere Gesellschaft als immer noch zu männlich dominiert.
Punkt.

Das fängt bei der bald über 180-jährigen Textstrophe unserer Nationalhymne schon an. Wäre es nicht an der Zeit diese mal generalüberholen zu lassen?

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.
Danach lasst uns alle Streben brüderlich, mit Herz und Hand.“

Häh?
Das Land der Väter, dass die Trümmerfrauen wieder aufgebaut haben?

Brüderlich
Wo bleiben die 43 Millionen?
Meine Schwestern und ich?

Ist die Mehrheit es nicht wert erwähnt zu werden?

In meinem Kopf klingt die richtige Hymne so:

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche unser Land.
Danach lasst uns alle Streben miteinander Hand in Hand.“

Ja, so könnte ich das auch lauthals und mit Freude (mit-)singen! Hand in Hand. Alle 83 Millionen als ein Team und eine Stimme für Miteinander und Gerechtigkeit.

Eine echte demokratische Hymne eben und nicht nur eine für den männlichen Fußball.

Ich übe und feile weiter an meinem eigenen Bewusstsein für die neue Diversitätsstärke meiner Muttersprache (Ha! Die deutsche Sprache kommt also von der Mutter! Wenn die Mutter die Sprache also erfunden hat, kann sie ihr auch frei Schnauze das längst fällige Update verpassen. Wie schön 😀).

Bis sich bei unserer Nationalhymne die alten verkrusteten Hautschichten abgeschält haben, höre ich mir in der Zwischenzeit dann doch lieber die neue Hymne von Carolin Kebekus an „alles wird sich gendern (Glottisschlag)“.

„Alles wird sich gendern, ganz egal, was ihr meint!“

Carolin, danke für deine Stimme!

Und nun Mädels, bitte voll aufdrehen!

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Eure

Nadine 😀

Nadine Rautenstrauch.

Nadine Rautenstrauch.

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Nadine Rautenstrauch mit Au-Pair aus Taiwan.

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